Funchal – Madeira – 31.12.2011

Wir kommen morgens gegen 8 Uhr in Funchal an, die Queen Elizabeth legt für einige Stunden an der Quey East 3 Pier an und verlässt danach den Hafen um einige Hundert Meter draußen vor Anker zu gehen. Um 18 Uhr sollen alle Passagiere wieder an Bord sein. Der letzte Tender verlässt um diese Zeit die Pier an der Marina und fährt zurück zum Schiff. Direkt nach dem atemberaubenden und spektakulären Feuerwerk um Mitternacht zum Jahreswechsel 2011 zu 2012 wird die Queen Elizabeth den Anker lichten und Kurs auf Cadiz in Spanien nehmen, das ca. 570 Seemeilen entfernt ist.

Silvester auf Funchal


Die Inselgruppe von Madeira liegt im Atlantischen Ozean, westlich von Marokko und nördlich der Kanarischen Inseln. Die größte dieser zu Portugal gehörenden Inseln ist Madeira (Madeira = Holz), ca. 950 Kilometer westlich von Lissabon entfernt. Die einzige weitere bewohnte Insel des Archipels ist das winzige Porto Santo, die Ilhas Desertas (Wüsteninseln) und die Ilhas Selvagens (Wilden Inseln) sind vollständig unbewohnt. Die gesamte Insel hat Mittel- bis Hochgebirgscharakter. Der höchste Berg ist der Pico Ruivo mit 1.862 m. Dieser bildet zusammen mit dem Pico do Arieiro, dem Pico das Torres und dem Pico Grande das Hochgebirge der Insel. Hier ist das Lavagestein zerklüftet und zeigt interessante Felsformationen.

Madeira – ein Paradies im Atlantik

queen-elizabeth-funchal-madeiraMadeira ist ein Stück Paradies mitten im Atlantik und das Anlaufen der Insel ist jedes Mal wieder ein unglaubliches Erlebnis, wenn plötzlich aus dem blauen Dunst die Berge Madeiras auftauchen. Madeiras Geheimnis liegt in seiner Schönheit, aber auch in dem Rätsel, dass Madeira ein Überbleibsel des „verlorenen Kontinents“ Atlantis ist. Als Loao Goncalves Azrco und Tristao Vaz Texeira die Insel im 15. Jahrhundert entdeckten, war sie unbewohnt.

Madeira verfügt über mehrere Mesoklimata. Im Norden der Insel regnet es häufig, der Süden ist dagegen subtropisch warm. Im Sommerhalbjahr liegt die Insel im Einflussbereich des Nordostpassats, im Winterhalbjahr liegt sie im Westwindgürtel. Der vorherrschende Wind kommt aus Nordost. Er entsteht vor der Küste Portugals und zieht in Richtung auf die Kapverdischen Inseln. Dieser Wind bringt Feuchtigkeit mit sich und verursacht hohe Wellen an der Nordküste und oft, besonders morgens, unbeständiges Wetter an der Ostseite der Insel. Bei westlicher Windrichtung kann es im Osten der Insel sonnig und trocken sein, während es im Süden und im Westen regnet.

Dank des fruchtbaren Bodens und des perfekten Klimas – warm im Winter durch den Golfstrom und kühl im Sommer durch die Meereswinde – zeigt sich Madeira reich an bunten Blumen und einer reichen sowie üppigen Flora kombiniert mit atemberaubenden Wasserfällen. Alles scheint hier zu wachsen und zahlreiche Pflanzen wurden hierher importiert, um dieses Potential zu nutzen. Viele Pflanzen der Insel sind endemisch. In ausgeklügelten, offenen Bewässerungsanlagen, den Levadas, wird Wasser aus dem regenreicheren Norden in den Süden, zu den Plantagen und Gärten, geführt.

Seit der Mensch Madeira besiedelt, hat sich die Zusammensetzung der Arten auf Madeira deutlich gewandelt. Neben den etwa 793 ursprünglich hier vorkommenden höheren Pflanzen sind weit mehr als 540 weitere Pflanzenarten bewusst oder unbewusst durch den Menschen angesiedelt worden. Die Anzahl eingeführter Tierarten ist niedriger, hat sich aber deutlich auf die Zusammensetzung der Arten ausgewirkt.

FUNCHAL – Die Hauptstadt von Madeira

Madeiras Hauptstadt, Funchal ist fast 500 Jahre alt und besitzt einen der schönsten Häfen Europas. Funchal ist nach dem einheimischen Fenchel (Funcho) benannt, der überall an den Küsten wuchs und duftete als die Portugiesen im 16. Jahrhundert das Land entdeckten.

Se-Kathedrale-FunchalDas Zentrum der Stadt ist die Sé Kathedrale, fertig gestellt im Jahr 1514. Aber beginnen Sie Ihren Rundgang am Madeira Geschichtszentrum. Im Herzen der Stadt liegt es gegenüber der Monte Gondelstation an der Largo Almirante Reis. Das interaktive Museum führt Sie auf einer virtuellen Reise bis zu 14.000.000 Jahre zurück, als eine Vulkanexplosion die Insel schuf, und erklärt lokale Attraktionen. Die Gondel nach Monte eröffnete im Jahr 2000. Die Fahrt dauert ungefähr 10 Minuten in jede Richtung. Wenn Sie die Station verlassen, können Sie als erstes die Altstadt sehen. Die Gondel führt über den Ribeira Joao Gomes Fluss über die Stadt und ermöglicht einen tollen Blick auf den Hafen.

Monte ist nur 6 Kilometer von Funchal entfernt, aber etwas über 600 Meter hoch. Während es Ersten Weltkriegs suchten der österreichische Kaiser Karl I. und seine Familie im Dorf Quinta do Monte hier Zuflucht; 6 Monate später starb der König an einer Lungenentzündung. Er ist in Nossa Senhora do Monte, einer Kapelle an der Seite der ehemaligen Kirche von Encarnacao, begraben.

Camara de Lobos


Westlich von Funchal, in dem bilderbuchhaften Camara de Lobos (Lobos = Seehund) sind Seehunde immer noch zu Hause. Sir Winston Churchills beliebtestes Ferienziel der 1930er und 40er hat seinen Charme nicht verloren.


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